Ralf Mohr: Im Rhythmus der Tänzer denken

Anlässlich der Ausstellung in der Oper Hannover und seines neuen Buches, das die docmatische Gesellschaft 2025 veröffentlicht hat, haben wir Ralf Mohr sehr in die Tiefe gehend zu seiner Tanzfotografie interviewt. Er hat uns einen umfänglichen Einblick gegeben in seine intensive Arbeit an der Staatsoper Hannover, seine fotografischen Techniken unter extremen Bedingungen und die besondere Herausforderung, Marco Goeckes einzigartige Choreografien bildlich festzuhalten.

DOCMA: Ralf, dein umfangreiches Tanzfotografie-Projekt ist jetzt als Buch erschienen. Wie hat sich dein Weg zur Tanzfotografie entwickelt?

Ralf Mohr: Das war eigentlich Zufall. 2006 bekam ich die Möglichkeit, Choreografien von Stephan Thoss zu fotografieren. Der Kontakt entstand durch Tänzerinnen des damaligen Ensembles, die ich kannte. In der Zeit war Marco Goecke Gast Choreograph in Hannover und so konnte ich auch eins seiner Stücke fotografieren. Damals ist der erste Tanzkalender entstanden. 

Vorher hatte ich mich hauptsächlich mit Aktfotografie, Schwangerschaftsfotografien und freien künstlerischen Projekten beschäftigt. Aber diese erste Begegnung mit dem Tanz hat mich sofort gepackt – die Körperspannung, die Ausdruckskraft, die technische Herausforderung. 

Der Zugang zum Tanz durch die Staatsoper habe ich dann in der Zusammenarbeit mit anderen Choreografen wie Yuki Mori, Felix Landerer, Maura Morales, Liliana Barros an deren Häusern oder freien Theatern wie der Eisfabrik vertieft, bis bis ich schließlich die Chance bekam, Goeckes Arbeiten über längere Zeiträume hinweg intensiv zu dokumentieren. Marco hab ich mich, als er nach Hannover kam, über Facebook vorgestellt und um einen Termin gebeten. Den bekam ich und daraus wurden der erste Auftrag »Nijinski« zu fotografieren.

Nach Nijinski folgten weitere Projekte wie »Der Liebhaber«. Bald entstand die Idee, das Ensemble auch neben der Bühne dokumentarisch zu begleiten. Es entwickelte sich zu einem Langzeitprojekt mit unglaublichem Tiefgang.

DOCMA: Technisch betrachtet gehört Bühnenfotografie zu den anspruchsvollsten Disziplinen. Was sind die größten Herausforderungen und wie meisterst du sie?

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