
Christoph und ich haben uns vor elf Jahren zufällig kennengelernt – wie er in seinem Kapitel 0 des Buches beschriebt. Er als ausgewiesener Experte für Fotografie, Bildkultur und Medien, ich als Informatiker mit Schwerpunkt maschinelles Lernen und Computer Vision. Damals arbeiteten wir gerade an Excire Search, einem Lightroom-Plugin, das Bildinhalte automatisch erkennen konnte. Für Christoph war das kein bloßes technisches Kuriosum, sondern ein Fenster in eine Zukunft, deren kulturelle und journalistische Folgen ihn sofort interessierten.
Ich kann mich noch sehr gut an ein späteres Treffen in Lübeck erinnern, bei dem er mir auf seinem Handy gezeigt hat, welche Bilder er gerade mit Midjourney generiert hat. Damals war das Thema generative KI noch in den Anfängen und bei weitem nicht so gehyped wie heute, aber Christoph war schon mitten drin – ein Early Adopter, der von diesem Thema bis heute in seiner ganzen Komplexität gefangen ist. Dabei schaut er nicht nur auf Werkzeuge, sondern auf das, was sie mit uns, unseren Bildern sowie Texten und unserem Verständnis von Wahrheit machen. Er ist neugierig, klug, kritisch und man spricht einfach gern mit ihm. Nicht nur weil er ein Weltmeister im Erzählen von Anekdoten ist, sondern weil er zuhört, hinterfragt und Gedanken weiterdreht, ohne sich im Techniknebel zu verlieren.
„Synthetische Wahrheit“ ist deshalb für mich keine Überraschung, sondern die logische Konsequenz seines Entdeckergeists. Dass dieses Buch im reflektierten Zusammenspiel mit KI entstanden ist, passt perfekt zu Christophs Arbeitsweise: praktisch, wach, journalistisch präzise und immer mit Blick auf die größeren Zusammenhänge. Wer verstehen möchte, wie sich Fotografie, Medien und Wirklichkeit im Zeitalter generativer KI verändern, findet hier einen Autor, der nicht nur darüber schreibt, sondern es selbst durchdrungen und ausprobiert hat.